Bär, L. (2005):
Analyse von Werkzeugen der Computerforensik
Die Forensik als Teilgebiet der Gerichtsmedizin beschäftigt sich mit der
Sicherung von Beweismitteln bei Todesfällen. Allgemein kann sie mit dem
Nachweis von strafbaren Handlungen und dem Auffinden von gerichtsverwertbaren
Untersuchungsergebnissen beschrieben werden. In den letzten Jahren wird der
Begriff der Forensik zunehmend auch im Zusammenhang mit IT-Systemen genannt.
Das bekannteste Thema in diesem Zusammenhang ist die Computerforensik, die sich
mit dem Ermitteln, Sicherstellen, Analysieren und Dokumentieren von
Beweismitteln im Zusammenhang mit Computersystemen befasst. Es werden also die
zentralen Fragen beantwortet, wer was, wann und warum auf einem Computersystem
durchgeführt hat.
Auf Grund der breiten Durchdringung des alltäglichen Lebens mit
Computersystemen, aber auch durch explizite Nutzung dieser Systeme für
kriminelle Vorgänge, ist die Zahl der zu untersuchenden Fälle im Bereich der
Computerforensik in den letzten Jahren stark angewachsen. Des Weiteren
ermöglichen aktuelle Massenspeicher einen Datenbestand von mehreren hundert
Gigabyte an Daten. Beide Punkte führen dazu, dass eine Untersuchung in der
Computerforensik ohne unterstützende Werkzeuge nicht mehr effizient
durchzuführen ist.
Umfassende Werkzeuge der Computerforensik, die eine Untersuchung unterstützen,
sind erst seit kurzem auf dem freien Markt erhältlich. Es existieren daher nur
sehr wenige Erfahrungswerte beim Umgang mit diesen Werkzeugen, so dass eine
Einschätzung über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Produkte nur schwer
möglich ist (z.B. nur durch Einarbeitung und umfassende Anwendung des
Produkts). Diese Problematik greift die vorliegende Arbeit auf, indem sie ein
Verfahren liefert (den Kriterienkatalog), mit dessen Hilfe die
Leistungsfähigkeit von Werkzeugen der Computerforensik auf einfache Weise
analysiert werden kann. Auf Grund des breiten Aufgabengebiets der
Computerforensik beschränkt sich der Kriterienkatalog dabei auf die Bewertung
von Eigenschaften, die bei der Analyse von 1:1 Kopien der
Datenträger (Bitstream-Images) Verwendung finden.
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