Mentz, D. (2008):
Audit von Firewall-Policies mit Hilfe von Netflow-Analysen
Das Backbonenetz des MWN besteht aus einem Ring von Routern, welche über die
drei Standorte Garching, TUM-Stammgelände und LMU verteilt sind. Alle
Subnetze des MWN sind direkt oder indirekt über eine Schnittstelle an einen
dieser Router angebunden. Mit Hilfe von Access Control Lists (ACLs) ist es
möglich, für jedes VLAN-Interface direkt auf dem Router einen Paketfilter
aufzusetzen und so das entsprechende Subnetz zu schützen. Ziel dieses
Projekts ist es, die Access Control Lists der VLANs auszulesen
und diese mit den NetFlow-Daten des selben Routers zu vergleichen. Es soll
also im Nachhinein überprüft werden, ob nur durch die ACLs erlaubter
Netzverkehr stattgefunden hat. Dies erfordert das Rekonstruieren des
Netzverkehrs aus den NetFlow-Daten. Außerdem muss die Funktion der Firewall
nachgebildet werden. Sollten in dem rekonstruierten Netzverkehr Verbindungen
auftauchen, die durch die Firewall hätten blockiert werden müssen, so sollen
diese Abweichungen protokolliert werden.
Ein Skript in der Programmiersprache Ruby, das die Funktion der Firewall
nachbildet, wurde erfolgreich entwickelt. Der Vergleich mit den
Netflow-Daten schlug aber leider fehl. Auf Grund der Tatsache, dass es sich
um zustandsbehaftete Firewalls handelt, ist es erforderlich, den Netzverkehr
zu rekonstruieren. Insbesondere muss ermittelt werden, welcher
Kommunikationspartner eine Verbindung aufgebaut hat. Es wurde ein
Lösungsvorschlag vorgestellt, der diese Rekonstruktion des Initiators
leisten soll. Im Verlauf des Projekts hat sich jedoch herausgestellt, dass
das vorgeschlagene Verfahren nur in etwa der Hälfte der Fälle eine richtige
Ausgabe produziert. Grund dafür ist die Qualität der NetFlow-Daten. Die
Zeitstempel, die dort zu finden sind, weisen eine Granularität von 64
Millisekunden auf, was sich als zu grob herausgestellt hat. Außerdem sind
die Daten unvollständig, da einige Flows schlichtweg fehlen.
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