Sarntal/Südtirol - Sonntag, 17. September bis Freitag, 29. September 2000
Dienstgüte und Sicherheit in modernen Kommunikationssystemen
Thema
In den letzten Jahren treten neben klassischen ISP
(Internet Service Provider) verstärkt ASP (Application Service
Provider) und BPO (Business Process Outsourcer) am Markt auf.
Dabei
werden von den Providern immer komplexere Dienste, bis hin zu
kompletten Geschäftsprozessen, als Dienstleistung angeboten.
Der gelieferte Dienst eignet sich aber immer weniger als
Alleinstellungsmerkmal, während sich die Dienstgüte (Quality of Service
(QoS)) zum entscheidenden
Wettbewerbsfaktor entwickelt.
Durch die Verwendung von Internet-Technologien sowohl
innerhalb von Unternehmen (in Intranets) als auch zwischen
Unternehmen (in Extranets) und durch die
Anbindung externer (und mobiler) Mitarbeiter, Telearbeiter,
Geschäftspartner und sogar Kunden an diese Netzstrukturen
wird auch die Sicherheit von Kommunikations- und Systemdiensten
immer wichtiger.
Im Rahmen dieses Seminars sollen daher die beiden Aspekte,
Dienstgüte und Sicherheit in modernenen
Kommunikationssystemen, die die Basis für alle komplexeren
Dienste bilden, näher betrachtet werden.
Vorträge
-
Dienstgüte
- Begriffsbildung, Definitionen und Übersicht der aktuellen
Standards im QoS-Umfeld:
(Bearbeiter: Stefan Rank,
Betreuer: Markus Garschhammer)
QoS versus CoS;
ATM-Dienstklassen und QoS-Parameter; IPv4-TOS /
IPv6-Flow-Label; IntServ versus DiffServ; IEEE 802.1D
- QoS-Architekturen und -Protokolle:
(Bearbeiter: , Betreuer: )
ATM, UNI 4.0 (User
to Network Interface), ISA (Integrated Service
Architecture); MPLS (Multiprotocol Label Switching);
ISSLL (Integrated Services over Specific Link Architecture)
- Verhandlung, Reservierung und Überwachung von
Dienstgütemerkmalen:
(Bearbeiter: Tim
Furche, Betreuer: Igor Radisic)
RSVP (Resource
Reservation Setup Protocol); RTP/RTCP (Real Time
Protocol/RTP Control Protocol); RAP (Resource
Allocation Protocol); COPS (Common Open Policy Service);
QoS-Trading mit CORBA-Mechanismen
- QoS-Scheduling, Warteschlangendisziplinen und Traffic-Shaping:
(Bearbeiter: Ralf Mattern, Betreuer: Ralf Münzenberger )
Host/Router-QoS-Architekturen;
Warteschlangendisziplinen und garantierte
Dienstgüte: FIFO, Priority Queuing, CBQ
(Class-based Queuing), WFQ (Weighted Fair Queuing),
WRED/DWRED ((Distributed)Weighted Early Random
Detection); Leaky Bucket, Token Bucket und Mischformen
- Dienstgüte und Dienstmanagement im Mobilfunk:
(Bearbeiter: Felix Eichhorn, Betreuer: Dr.-Ing. Stephan Kindermann)
Traditionelles Dienstspektrum am Beispiel von GSM
(Global System for Mobile Communication);
Integration von Sprach- und Datenübertragung über
WAP (Wireless Application Protocol); Erweiterte
Dienstgütefunktionalität mit GPRS (General Packet
Radio Service), UMTS (Universal Mobile Telecommunications
System) und WATM (Wireless ATM); Spezielle
QoS-Problemstellungen bei mobilen Teilnehmern und Internet
Protokollerweiterungen wie Mobile-IP, M-TCP und INSIGNIA
- Spezifikations-, Implementierungs- und
Monitoringtechniken zur Gewährleistung von
QoS-Anforderungen:
(Bearbeiter: Matthias Beyer, Betreuer: Frank Slomka und Dr.-Ing. Winfried Dulz)
SDL* und PMSC: QoS Erweiterungen
von SDL (Specification and Description Language) und MSC
(Message Sequence Charts); ILP (Integrated Layer
Processing; ALF (Application Layer Framing);
Spezifikationsgesteuertes Monitoring; Erlanger
RP-Projekt
-
Sicherheit
- Einführung, Begriffsbildung, Standards zur Computer- und
Netzwerksicherheit sowie Zertifizierungsgrundlagen:
(Bearbeiter: , Betreuer:)
Authentisierung, Autorisierung,
Vertraulichkeit,....; ISO Security Architecture und Security
Framework for OSI; Orange Book; Red Book; ITSEC (Information Technology Security Evaluation Criteria); IT-Kriterienkatalog
für Sicherheit; CCITSE (Common Criteria for Information Technology
Security Evaluation); CORBA Security Service;...
- Risikoanalyse, Lücken und Schwächen in existierenden Betriebssystemen und
Kommunikationsprotokollen:
(Bearbeiter: Peter Fischer, Betreuer: Bernhard Kempter)
Was macht man bei der Risikoanalyse? Gängige Angriffsmöglichkeiten
auf Betriebssystem und Kommunikationsprotokolle aufzeigen und daraus
konzeptionelle Schwächen ableiten.
- Sicherheit auf Protokoll- und Anwendungsebene; Protokolle und
Mechanismen zur Durchsetzung von Sicherheitsanforderungen
(Authentisierung, Autorisierung, Vertraulichkeit,...):
(Bearbeiter: Ludwig Stelzer,
Betreuer: Michael Langer, Stefan Loidl und Michael Nerb)
IPSec (IP Security Extensions), SSL / TLS (Secure Socket
Layer / Transport Layer Security), SSH (Secure Shell), PGP
(Pretty Good Privacy), S/MIME (Security Services for
Multipurpose Internet Mail Extensions), RADIUS (Remote
Authentication Dial In User Service), SET (Secure
Electronic Transaction), HBCI (Home Banking
Communication Interface), Kerberos,...,
- Authentisierungsprotokolle und Sicherheitsmechanismen für
den Mobilfunk:
(Bearbeiter: Thomas Funck, Betreuer:
Rainer Hauck und
Helmut Reiser)
Signalisierungsprotokolle für
GSM und UMTS; Verschlüsselungstechniken auf der
Funkschnittstelle; WAP-WTLS (Wireless Transport Layer Security)
- Firewalls, Intrusion Detection und Angriffssimulatoren:
(Bearbeiter: Erasmus
Müller, Betreuer: Holger Schmidt )
Erläuterung der grundlegenden Konzepte; Firewall-Arten; Was
können Firewalls und was können sie nicht? Wie funktioniert Intrusion
Detection? Was machen Angriffssimulatoren und Tiger Teams?
Exemplarische Vorstellung von einigen existierenden Lösungen und
Produkten.
- Java Sicherheitsarchitektur:
(Bearbeiter:Leonid Kof,
Betreuer:
Helmut Reiser und
Harald Rölle)
Sicherheit der Sprache Java; Security Manager; Access Controler; Security Policies; Security Provider; Key Management;...
- Sicherheit in klassischen Managementprotokollen und bei neueren
Managementkonzepten:
(Bearbeiter: Betreuer: )
Internet Management: SNMPv1 (Simple Network Management
Protocol Version 1), SNMPv2,
SNMPv3; OSI-Management: CMIS/CMIP (Common Management
Information Services / Common Management Information Protocol), Web based Management;
Management mit mobilen Agenten; CORBA based Management
- Sicherheitsmanagement:
(Bearbeiter: Henning Koehler, Betreuer: Gerald Vogt )
Trust Center; CA (Certification Authority) Infrastrukturen; Public Key Infrastructures (PKI); Sicherheitspolicies; Rechtekonzepte;
Delegation von Rechten und Rollenkonzepte
Teilnehmer
Studentinnen und Studenten nach abgeschlossener Diplomvorprüfung, Fachrichtungen Informatik, Elektrotechnik, Mathematik
Dozenten und Mitarbeiter:
Helmut Reiser
28.2.2000